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Scheitholz-Infoabend

Erfolgreicher Scheitholz-Infoabend der Solarfreunde

Zwei Fachvorträge über "Scheitholz-Feuer und Wasser" begeisterten etwa 40 interessierte "Zündler" im Staudinger Keller. Wichtigste Erkenntnis: Wenn die Voraussetzungen stimmen, können Kachelofen und Solaranlage den gesamten Wärmebedarf eines Hauses abdecken, ohne Mehrkosten, ohne Umweltbelastung, dafür aber mit jeder Menge Lebensqualität. Am 31. Januar kann in Moosburg eine Kachelofenheizung in Betrieb besichtigt werden.

Referent Klaus Leikham von der Eggenfeldener Firma Brunner ließ gleich zu Beginn keinen Zweifel, worin er den idealen Einsatzbereich der Kachelofentechnik sieht: gut gedämmte (Neubau-) Häuser mit Niedrigenergie-Standard. Ihm geht es weniger um normale reine Strahlungswärme-Kachelöfen als Ergänzung zur konventionellen Heizung. Wenn schon Kachelofen, dann konsequent für alle Anforderungen, so das Credo seines Unternehmens. Ideale Voraussetzungen bieten Gebäude mit einem max. Wärmebedarf von ca. 9 - 10 kW, wie er bei Neubauten inzwischen häufig auftritt, bei Altbauten meist nur bei entsprechender Wärmedämmung. Auch bei sehr niedrigen Temperaturen genügen dann pro Tag drei Abbrände ? 10 kg Holz, nach Ansicht Leikhams eine Art Komfort-Schmerzgrenze. Was darüber hinaus geht, sollte mit einer Zusatzheizung abgedeckt werden, z.B. einem elektrischen Heizstab. Der erste Schritt jeder Kachelofenplanung ist deshalb die Abschätzung des Wärmebedarfs. Dieser hängt von Größe und Zustand des Gebäudes ab, aber auch von den Lebensgewohnheiten und Komfortansprüchen der Bewohner. Ein ausführliches persönliches Gespräch schafft hier Klarheit. In einem zweiten Schritt wird anhand von Tabellen und Erfahrungswerten der jährliche Holzbedarf ermittelt. Bei z.B. 6 kW Wärmebedarf ergibt sich ein Jahresbedarf von etwa 11 Ster Nadelholz. Weitere wesentliche Planungsgrundlagen sind der Aufstellort sowie die Aufteilung in Heiz- und Brauchwasserwärme einerseits und Strahlungswärme andererseits. Moderne Kachelofentechnik, wie sie in Form eines mannsgroßen Ofeneinsatzes im Lokal zu bewundern war, bietet eine Vielzahl von maßgeschneiderten Lösungen. Erhebliche Verbesserungen wurden insbesondere bei der Steuerung und Automatisierung erzielt. Der Benutzer muss nur noch Holz nachlegen und anzünden sowie 2 - 3 mal im Jahr die Asche entfernen. Fehler bei der Bedienung (z.B. Verwendung von zu feuchtem Holz) können aber auch heute noch Schäden anrichten.

Wer sich für eine Holzheizung entscheidet, darf nicht beim Kachelofen stehen bleiben. Unverzichtbar ist Leikham zufolge ein ausreichend dimensionierter Pufferspeicher, möglichst in Form eines Schichtenspeichers. Dieser verbindet als "Energiemanager" die verschiedenen Wärmeerzeuger (Kachelofen, Solaranlage) und Verbraucher (z.B. Heizung, Dusche, Spülmaschine). Die Firma Brunner hat deshalb ein aufeinander abgestimmtes Paket aus Kachelofen, Solaranlage und Speicher (DZE) entwickelt. Der besondere Clou: Die Komponenten werden alle von der DZE gesteuert und überwacht. Unter www.david-online.org kann jedermann ein mit dieser Technik ausgerüstetes Haus in allen Einzelheiten online im Internet mitverfolgen und die Probe aufs Exempel machen.

"Ihr seid's doch alle Zündler und habt's a Freud am offenen Feuer!" Mit diesen Worten begrüßte der zweite Referent des Abends, der Kachelofenbauer Heribert Zoth aus Palzing, das Publikum. Nicht nur an der Sprache wurde deutlich, dass Zoth, der auch an der Meisterschule in München unterrichtet, sein Handwerk und seine Kundschaft versteht. Mit zahlreichen praktischen Tipps und Erläuterungen zur Sicherheit, zu den Auswirkungen der unterschiedlichen Lebensgewohnheiten, zur Umweltfreundlichkeit und zu diversen Varianten (z.B. Kochherd mit Wassertaschen, Hypokaustenheizung) zeigte er auf, dass Scheitholzheizungen fast allen Ansprüchen gerecht werden können. Immer mit dabei sein sollte eine Solaranlage, denn: ?Bei 30 Grad Außentemperatur hat Einheizen nun wirklich nichts Romantisches!? Scheitholz-Liebhaber sollten allerdings zu ein wenig Eigenarbeit bereit sein, schon der Kosten wegen. Lieferanten für garantiert trockenes Brennholz sind im Internet unter www.ofenbaumeister.de zu finden. allerdings, so Zoth, ist die Schönheit des Materials: "Wir bauen auch verputzte Öfen oder Specksteinöfen, aber am schönsten sind einfach Kacheln." Wer sich bei Neubauten dafür interessiert, sollte frühzeitig Kontakt mit dem Ofenbauer aufnehmen. Allen "Nachrüstern" empfahl er, zusätzlich auch die Wärmedämmung im Auge zu behalten. Bau- und Betriebskosten einer Solar-Scheitholzheizung liegen übrigens normalerweise nicht höher als bei einer konventionellen Heizung, erst recht, wenn aus Komfortgründen ohnehin ein Kachelofen vorgesehen ist.

Eine ausführliche Fragerunde schloss sich an, in deren Verlauf Prof. Dr. Alexander Floß aus Moosburg spontan anbot, seine Kachelofenheizung in Betrieb zu besichtigen. Als Termin wurde der 31.01.2003 (18.00 Uhr, Drosselweg 9) festgelegt. Solarfreunde-Vorsitzender Hans Stanglmair verband seinen abschließenden Dank an die Referenten mit einem Hinweis auf die aktuelle Ölpest an der spanischen Küste und die Hochwasserrisiken auch hier in Moosburg: "Feuer, Wasser und Sonne passen prima zusammen. Sie können eine echte Alternative zum Heizöl sein."

 


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