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Vereinsausflug

Vereinsausflug der Solarfreunde nach Freiburg

In das Breisgau, den südlichsten Teil des Schwarzwalds, zog es die Solarfreunde anlässlich ihres diesjährigen Vereinsausflugs vom 4.-6. Juli 2003. Die Region Freiburg und Umgebung ist nicht nur bekannt für Sonne und Wein, Landschaft und Lebensqualität, sondern auch als bundesweit herausragende Solarregion. Beste Voraussetzungen also, um Geselligkeit und Fachthemen miteinander zu verbinden.

Der einzige Nachteil von Freiburg ist - zumindest aus Moosburger Sicht - seine Randlage. Die insgesamt 17 Solarfreunde trafen deshalb mit einiger Verspätung am Freitag Abend im Glottertal ein. Dafür ging es am Samstag umso reibungsloser: Das ausgezeichnete ÖPNV-System erwies sich als ideales Transportmittel, sowohl in die Stadt hinein wie auch während einer halbtägigen "Solar-Stadtführung". Thomas Dresel hieß die Besucher aus Moosburg im Namen der Stadt Freiburg willkommen und erläuterte die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rolle der Erneuerbaren Energien und deren Entstehungsgeschichte. Aus der erfolgreichen Bürgerbewegung gegen den Bau eines Atomkraftwerks in Whyl ("NAI hämr gsait!") entstand ein breiter Konsens über eine neue Energiepolitik. Eine Vielzahl von Projekten der örtlichen Solarinitiative "fesa" und des Solarpioniers Georg Salvamoser konnte so umsetzt werden und immer neue Wechsel- und Folgewirkungen auslösen. Die Stadtführung war denn auch gespickt von Höhepunkten: Von den "Solar Towers" am Hauptbahnhof bis zu energetisch sanierten Hochhäusern, vom Solar-Parkhaus bis zur Plusenergiesiedlung, vom Sitz der "Weltsolargesellschaft" ISES bis zum wissenschaftlichen Forschungs- und Entwicklungszentrum ISE. Herausragend schließlich die "Solarfabrik"(mit Einblick in die laufende Produktion von PV-Modulen) und das drehbare "Heliotrop" des Architekten Rolf Disch. Wirklich neu und deshalb am meisten Anlass für Diskussionen gab jedoch das neu erbaute Öko-Stadtviertel "Vauban". Seit das französische Militär Anfang der 90-er Jahre dieses ca. 34 ha große Kasernengelände räumte, entwickelte sich ein vermutlich bundesweit einzigartiges Quartier. Die Stadt ging mit ihrem Bebauungsplan einen ungewohnten Weg: Anstatt gestalterische Details wie Dachformen oder Fassadenfarbe zu regeln, wurden hohe ökologische Standards festgeschrieben und der Autoverkehr auf ein Minimum eingeschränkt. Entstanden sind in der Regel große Mehrfamilienhäuser mit 10 - 20 Familien und sehr unterschiedlicher, aber auf jeden Fall "offener" Bauweise. Typisch für die Vauban ist, dass diese Familien als "Baugruppen" das gesamte Haus gemeinsam geplant und vielfach mit hoher Eigenleistung errichtet haben. Die Kreativität und Lebensfreude der rund 2.000 Erwachsenen und 1.000 Kinder war an vielen Beispielen zu erkennen und sorgte durchaus für Nachdenklichkeit.
Der Samstag Nachmittag stand anschließend für einen ausführlichen individuellen Stadtbummel zur Verfügung. Neben den städtebaulichen Besonderheiten - z.B. das Freiburger Münster oder die offen fließenden "Bächle" (im Mittelalter angelegt als eine Art städtische Klimaanlage) - beeindruckten vor allem das von Studenten und Straßenmusikanten geprägt pulsierende Stadtleben. Am Sonntag Vormittag erfuhren die Solarfreunde bei einer kurzen "Kultur-Stadtführung" noch jede Menge Details über die Geschichte dieser einst nördlichsten Stadt Italiens und kulturellen Zentrums von Baden, ehe sie sich vom 1.000 Meter höher gelegenen Freiburger Hausberg, dem "Schauinsland", einen Überblick über den gesamten Südschwarzwald verschafften.
Der Sonntag Nachmittag hielt einen weiteren Höhepunkt bereit: In der Schwarzwaldgemeinde Schönau, die sich schon am Ortseingang als "Solarhauptstadt Deutschlands" bezeichnet, lernten sie eine herausragende Persönlichkeit der deutschen Solarszene kennen, den seit 25 Jahren am Ort praktizierenden Arzt Michael Sladek. Ausgelöst durch Tschernobyl gründete Sladek 1986 zusammen mit Gleichgesinnten eine Bürgerinitiative, die ein spektakuläres Ziel hatte: den Ausstieg aus dem Atomstrom und den Umstieg auf Erneuerbare Energieträger. Was damals niemand für möglich gehalten hätte, wurde Wirklichkeit. Die Bürgerinitiative sammelte bundesweit Spenden, gründete die "Elektrizitätswerke Schönau", kaufte dem örtlichen Netzbetreiber das Schönauer Stromnetz ab und versorgt seitdem die gesamte Gemeinde. Dabei trieb sie auch den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung voran, z.B. durch die sog. "Schöpfungsfenster" auf Kirchendächern oder durch Kraft-Wärme-Koppelung (KWK). Heute sind die als "Stromrebellen" bekannten EWS ein bundesweit tätiger Ökostromanbieter mit derzeit 20.000 Kunden. Der Erfolg, so Sladek, ist nicht das Ergebnis millionenschwerer Werbekampagnen, sondern eines glaubhaften Gesamtkonzepts und reiner Mund-zu-Mund-Propaganda. Dadurch sei der EWS-Strom nicht teurer als "Egalstrom", aber eben wesentlich umweltfreundlicher. Die Verbraucher haben es in der Hand, durch bewusste Entscheidungen auf Geldströme Einfluss zu nehmen und damit auch große Konzerne zu Kursänderungen zu bewegen. Zu Sladeks Erfolgsrezepten gehört es, seine Themen mit Kultur und Spaß zu verknüpfen, frei nach dem Motto "Strom ist Kraft und Lust".

Beeindruckt von soviel Pioniergeist bedankte sich Solarfreunde-Vorsitzender Hans Stanglmair mit einer herzlichen Einladung zu einem Gegenbesuch in der Solarstadt Moosburg und setzte damit den offiziellen Schlusspunkt unter einen gelungenen Vereinsausflug.

Bild vom Ausflug Bild vom Ausflug Bild vom Ausflug Bild vom Ausflug Bild vom Ausflug Bild vom Ausflug Bild vom Ausflug Bild vom Ausflug

 


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