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Exkursion am 13.09.2003

Bericht zur Exkursion der Solarfreunde am 13.09.2003

Biomasse, Windkraft und Pflanzenöl waren die Themen der jüngsten Exkursion der Solarfreunde. Zentrale Erkenntnisse waren die Chancen für die Landwirtschaft und die Bedeutung von Pionieren.

Erste Station war in Haindlfing ein Miscanthus-Versuchsfeld, im Volksmund auch Chinaschilf oder Elefantengras genannt. Die Fläche wurde vor etwa 10 Jahren angelegt und spiegelt das Auf und Ab von Miscanthus wieder. An vielen Orten in Bayern wurden Schößlinge zum Preis von ca. 5.000 Euro/ha gepflanzt. Nach anfänglicher Euphorie über ca. 20 - 25 Tonnen Trockenmasse, die pro Jahr ohne Düngung, ohne Feldbearbeitung und ohne Pestizide nachwachsen, setzte jedoch Ernüchterung ein: Viele Pflanzen kamen nicht mit der Witterung zurecht und fielen aus. Und als Brennstoff konnte Miscanthus in herkömmlichen Heizungen nicht verwendet werden wegen Schlackenbildung. Dabei reicht der Heizwert an gutes Buchenholz heran! Landwirt Christoph Sedlmair, der vor drei Jahren selbst ein Miscanthus-Feld angelegt hat und den Solarfreunden als Praktiker rede und Antwort stand, gibt dieser hochproduktiven ?C 4-Pflanze? eine große Zukunft. Weiterentwicklungen der Feuerungstechnik werden inzwischen auch mit Schlackenbilung fertig, wie die Entwicklung bei den Getreideheizungen zeigt. Daneben kristallisieren sich zunehmend stoffliche Verwendungsmöglichkeiten heraus, die die speziellen Eigenschaften von Miscanthus nutzen, z.B. als Dämmstoff für Außenwärmedämmungen, Einstreu in Pferdeställen oder Bepflanzung von Deponien. Solarfreunde-Vorsitzender Hans Stanglmair zeigte sich jedenfalls überzeugt, das die Achterbahnfahrt des Miscanthus in eine stete Aufwärtsentwiklung übergehen werde, und lud "Pionier" Sedlmair spontan als Aussteller zur Biomasse-Sonderschau der Solarfreunde am 12. Oktober in Moosburg ein.

Einen landwirtschaftlichen Hintergrund hatte auch der zweite Besichtigungspunkt in Sünzhausen, doch geerntet wird nicht Getreide oder Kartoffeln, sondern Wind. ?Vor zwei Jahren,? so der Landwirtssohn Andreas Huber, ?hätte ich nie gedacht, dass ich einmal ein Windrad baue.? Doch das Interesse an Erneuerbaren Energien und die Suche nach einer zukunftssicheren Einnahmequelle für den Bauernhof, setzte bei ihm und einigen Freunden eine enorme Dynamik frei. Zusammen finanzierten sie auf eigenes Risiko ein einjähriges Windgutachten und stemmten schließlich das notwendige Investitionskapital für ein Windkraftwerk mit 98 m Nabenhöhe und 70 m Rotordurchmesser. Planung, Bau und Wartung lagen in der Hand eines erfahrenen Büros bzw. sind über einen Wartungsvertrag mit der Hersteller-Firma Enercon sichergestellt. Nach nunmehr 8 Monaten Betrieb ist Huber mit dem Stromertrag zufrieden, auch wenn 2003 bisher ein unterduchschnittliches Windjahr ist. Mit rd. 2,4 Mio. kWh Strom pro Jahr kann rechnerisch der Energiebedarf von etwa 1.000 Haushalten abgedeckt werden. Da vergleichbare Standorte gar nicht so selten sind, könnte Windkraft auch in Bayern eine beachtliche Rolle spielen und so manchem Landwirt eine sichere Altersversorgung bieten. Warum gerade das Windkraftwerk in Sünzhausen soviel öffentliches Aufsehen erregte, blieb allerdings unverständlich. Für Andreas Huber bedeutet es jedenfalls eine stabile Einkommensquelle, für die Gemeinde zuverlässige Steuereinnahmen und für die Umwelt eine wertvolle Entlastung von Luftverschmutzung und Treibhausgasen. Um Akzeptanz bei den Nachbarn, so das Fazit der Solarfreunde, sollte man möglichst frühzeitig und geduldig werben, damit gute Projekte nicht unnötig geberemst werden.

Eine faustdicke Überraschung hielt schließlich die letzte Station bereit: Dass die Firma Zigaretten König in Geisenfeld sich als Pioniere der Pflanzenöl-Produktion und Verwendung einen Namen gemacht hat, hatte man schon vorher gehört und wurde bei der Besichtigung des ehemaligen BayWa-Gebäudes eindrucksvoll bestätigt. Mehr als 80 Firmenauto sind täglich in ganz Bayern unterwegs und tanken an der hauseigenen Tankstelle eine Mischung aus naturbelassenem Rapsöl und etwas Biodiesel. Überraschend war jedoch, dass keines dieser Fahrzeuge deswegen umgebaut wurde. Die mit herkömmlichen Dieselmotoren ausgestatteten Autos aller Marken vertragen offenbar den Kraftstoff Pflanzenöl weitaus besser, als die Autoindustrie Glauben macht. Senior-Chef Hans-Reiner König räumt allerdings auch ein, dass dies nichts für schwache Nerven ist: ?Wir haben auch Lehrgeld bezahlt und Erfahrungen gesammelt. Aber die Leidenschaft für Pflanzenöl treibt uns voran.? Wohin Leidenschaft, Ausdauer und Einfallsreichtum Vater und Sohn König getrieben hat, stieß bei den Solarfreunden auf hohe Anerkennung. Dies galt auch für die Standmotoren, die aus Pflanzenöl Strom zur Netzeinspeisung und Wärme zur Beheizung der Firmenräume gewinnen. Mit Pflanzenöl, so Stanglmair, werden Landwirte zu Energiewirten und das Geld bleibt in den regionalen Wirtschaftskreisläufen erhalten.

Nächste Veranstaltung der Solarfreunde ist ein Vortragsabend zur Nutzung von Solarenergie für Strom und Wärme am 26. September 2003 in Pfrombach (20 Uhr, Gasthof Sainer).


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