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Kläranlagen-Besichtigung

Solarfreunde besichtigen Kläranlage

Mit Abwasser und Kläranlage verbinden die meisten wohl ausgesprochen unappetitliche und vor allem übel riechende Vorstellungen. Für Roland Littman, seit drei Jahren technischer Leiter der Moosburger Kläranlage, ist Abwasser zu klären eine Kunst, sind Klärschlamm und sauberes Restwasser Kunstwerke, die aus dem möglichst perfekten Zusammenspiel von Technik, Wasser, Luft, ?Organik? (vulgo: Sch...) und anorganischem Dreck entstehen. Die interessierte kleine Schar, die auf Einladung der Solarfreunde eine Führung ?vom Chef persönlich? genossen, merkten sehr schnell, dass eine moderne Kläranlage alles andere als eine stinkende Sache ist, sondern eher eine biochemische Fabrik, in der alle Rädchen optimal ineinander greifen müssen. Zu diesen Rädchen gehören viele Milliarden unsichtbare, aber äußerst fleißige und wirksame Bakterien. Littmann, so brachte es ein Besucher auf den Punkt, ist damit die Moosburger Führungkraft mit den meisten Mitarbeitern, für deren Wohlergehen er sorgen und jeden Tag zu Höchstleistungen anspornen müsse.

Die nunmehr 10 Jahre alte Moosburger Kläranlage ist nicht nur eine städtische Einrichtung, die jedermann täglich in Anspruch nimmt, sondern steter Anlass zu Diskussionen, z. B. zur Höhe der Abwassergebühren. Darüberhinaus ist sie aber auch ein wichtiger Energieverbraucher sowie Energieproduzent. Bei Littmann, so der allgemeine Eindruck, liegt nicht nur der Routinebetrieb in guten Händen, sondern er hat eine Reihe von Ideen, die Kosten zu senken und die Einnahmen zu erhöhen, z.B. aus einer optimierten Erzeugung und Verstromung von Biogas.

Bei einer derzeitigen Auslegung auf 40.000 Einwohner-Gleichwerte bleiben auch nach dem bevorstehenden Anschluss von Aich und Pfrombach noch eine Menge Kapazitäten frei, zumindest was den Schmutzanteil angeht. Problematischer sieht es dagegen mit dem Abwasservolumen aus, das innerhalb des Tagesverlaufs, aber auch je nach Wetterlage schwankt. Insbesondere bei anhaltenden Regenfällen übersteigt das ankommende Volumen schon auch einmal die Kapazität von max. 250 Liter pro Sekunde. Als Zwischenspeicher steht hierfür zwar ein Überlaufbecken mit 4.000 m? Fassungsvermögen parat, doch wäre ein insgesamt geringerer Regenwasseranteil wünschenswert. In der diesjährigen Trockenphase lag der Zufluss weit darunter, aber: ?In der Kanalisation bleibt dann mehr Dreck liegen.? Ein gelegentlicher kräftiger Regen, so Littmann, spült alles wieder ordentlich durch.

Die Besucher waren erstaunt, wie schnell aus einer äußerst trüben Brühe, auf der z.B. im Sandfang-Becken auffallend große Fettkugeln schwimmen, innerhalb weniger Stationen ein dünnflüssiger Klärschlamm übrig bleibt, der zur Biogas-Produktion in den Faulturm wandert - und klares Wasser, das man den Messergebnissen zu Folge zur Not sogar trinken könnte, ?wenn man keinen allzu empfindlichen Magen hat.? Ein Angebot, auf das allerdings niemand so recht eingehen wollte, obgleich es zeigt, wie sicher sich der Klärtechniker seiner Sache ist. Belegen kann er seine Ausführungen durch ein ausgeklügeltes System von automatischen Probennahmen, protokollierten Messungen und Dosiereinrichtungen.

Anlass zum Nachdenken geben nach wie vor die jährlich rund 2.000 Tonnen Klärschlamm, die am Ende der Prozesskette übrig bleiben. Derzeit werden sie im Kohlekraftwerk Zolling mitverbrannt, zu einem ansehnlichen Preis, den die Stadt pro Tonne bezahlen muss, übrigens auch für die 77 % Wasseranteil. Littmann rechnet hierfür ab 2005 mit deutlich steigenden Preisen, da ab dann eine landwirtschaftliche Verwertung oder Deponieablagerung endgültig nicht mehr möglich sein werden: ?Die Verbrennungseinrichtungen haben dann praktisch ein Monopol.? Kein Wunder also, dass in der ?Abwasser-Szene? intensiv darüber nachgedacht wird, wie man einerseits den Restwasseranteil senken und andererseits den Phosphat-Anteil separieren könnte.

Während man an den monatlich rd. 6.000 Euro Stromkosten wohl nicht allzu viel machen kann, so die Meinung der Besucher, sollte künftig die gezielte Energieproduktion eine stärkere Rolle spielen, z.B. durch Ko-Fermentation von ohnehin anfallendem Grasschnitt oder durch Solaranlagen auf den Süddächern der Betriebsgebäude. Daneben könnte auch eine gezielte solare Trocknung des Klärschlamms zu einer Reduzierung der Kosten und Umweltbelastungen führen. Eine Kläranlage, so Solarfreunde-Vorsitzender Hans Stanglmair abschließend, besitzt eine echte Schlüsselrolle in den Energie- und Stoffkreisläufen.

Die nächste Veranstaltung der Solarfreunde ist am 7. November das Bauherrenseminar für Neubau und Altbausanierung (20 Uhr, Staudinger Keller).


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