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Großes Interesse an Wärmepumpen

Vortrag der Solarfreunde am 15.03.2001

"Wäremepumpen sind sinnvoll ? wenn die Randbedingungen stimmen." Dieses Fazit zog am Donnerstag Abend Prof. Dr. Floß, der auf Einladung  der Solarfreunde Moosburg vor mehr als 50 Besuchern im Staudinger Keller über diese Form der Energiegewinnung referierte. Als Professor für Gebäude- und Klimatechnik an der Fachhochschule Biberach verfügt Floß über fundierte praktische und theoretische Erfahrungen mit Wärmepumpen. Diese Technik, deren Grundprinzip bereits vor rund 150 Jahren entdeckt wurde und heute in umgekehrter Form in jedem Kühlschrank steckt, erlebte nach der Ölkrise Mitte der 70-er Jahre einen ersten Boom, der aber u.a. aufgrund technischer Unzulänglichkeiten nicht lange anhielt. Seit Anfang der 90-er Jahre gehen die Verkaufszahlen wieder nach oben, was neben der weitaus besseren Zuverlässigkeit und Langlebigkeit der Geräte auch mit dem Konkurrenzkampf in der Energiewirtschaft zu tun hat.

Von Natur aus fließt Wärme immer von warm nach kalt. Mit Hilfe dieser Maschine kann jedoch die in der Umgebung (z.B. im Erdreich oder Grundwasser) vorhandene Temperatur angehoben und zur Beheizung von Gebäuden genutzt werden. Dafür muss jedoch zunächst einmal Energie investiert werden, heute meist Strom. Aus dem Verhältnis der gewonnenen und der eingesetzten Energie ergeben sich eine Reihe von Kennzahlen zum Wirkungsgrad und zum energetischen Sinn des Wärmepumpeneinsatzes. Floß empfahl dabei, die vielversprechenden Herstellerangaben kritisch zu hinterfragen, da sie meist von Durchschnittstemperaturen und Teilbetrachtungen ausgingen, die mit den tatsächlichen Randbedingungen und Wärmebedürfnissen nur bedingt zu tun haben. Je höher z.B. die benötigte Temperaturanhebung ist, desto geringer die Effizienz. Auch die Umwandlungsverluste bei der Stromproduktion, die notwendige Hilfsenergie (z.B. für den Antrieb von Förderpumpen) sowie die Art und Weise der Brauchwassererwärmung sollten ins Kalkül gezogen werden, damit unter dem Strich nicht mehr Primärenergie hinein gesteckt werden muß als gewonnen wird. Aus seinen praktischen Erfahrungen heraus sind Wärmepumpen, so Floß, dann sinnvoll, wenn die folgenden Randbedingungen eingehalten werden:

  • einfach zu erschließende Wärmequelle mit relativ hoher Temperatur (z.B. hoher Grundwasserspiegel),

  • niedrige Energieverbrauch des Gebäudes (gute Wärmedämmung),

  • niedrige (30 Grad) Heizungs-Vorlauftemperatur  z.B. Wand- oder Fußbodenheizung,

  • Wärmeabstrahlung von der Wand- oder Fußbodenheizung in den Raum nicht durch Möbel, Fußboden, Teppich oder Dekostoffe unnötig behindert,

  • Brauchwassererwärmung mit Solaranlage und ggf. zusätzlichem Heizstab.

Stimmen die Randbedingungen lassen sich Leistungskennzahlen von 5 und höher erreichen. Sind jedoch hohe Heizungs-Vorlauftemperaturen erforderlich sinkt die Leistungskennzahl schnell auf unter 3 und macht den Betrieb aus primärenergetischer Sicht wenig sinnvoll.

Dem Vortrag folgte eine angeregte Diskussion und viele interessierte Fragen. Dabei sprach sich Floß ausdrücklich dafür aus, auf einfache überschaubare Systeme zu setzen und anstelle von komplexen technischen "Verfeinerungen" lieber in eine ordentliche Wärmedämmung und eine Solaranlage zu investieren: "Die letzten paar Prozent Leistung sind immer die teuersten."

Der Vorsitzende der Solarfreunde, Hans Stanglmair, sah in seinem Resümee in der großen Besucherresonanz und in den fachkundigen Diskussionen einen Beleg dafür, dass Wärmepumpen zwar nicht für alle, aber doch für eine ganze Reihe  Hausbesitzer eine sinnvolle Alternative zu Öl und Gas darstellen können. Aus diesem Grund werden Wärmepumpen auch bei den Moosburger Solartagen vom 18.-20. Mai 2001 sowohl in der Ausstellung als auch im Vortragsprogramm vertreten sein.

 


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