Zur Startseite
Termine
kommende
vergangene
Erneuerbare Energien
Technische Nutzung
Förderung
Formen
Tipps
Bücher
Präsentationen
Solarlexikon
Sonnenhaus
Energiesparen
Energiewende
Bauen und Sanieren
Tipps zur Sanierung
Altbauseminar
Wärmedämmung
Baugebiet ATS II
Projekte
laufende
geplante
abgeschlossene
Vergleichsauswertung
Firmenverzeichnis
Verein
Ziele
Beitrittserklärung
Satzung
Jahresbilanz
Ansprechpartner
Kontakt
Rundmail-Archiv
Solarstadt Moosburg
Vision 2014
Vision 2050
Zahlen
Stadt und Land
Partner
Internet Fundstellen
Impressum
Login

Besucher:

Solarfreunde besuchen Landestreffen der Solarinitiativen

Am Samstag fand in Rosenheim die jährliche Generalversammlung der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen und österreichischen Solarinitiativen statt. Wichtigstes Ergebnis aus Moosburger Sicht: Das nächstjährige Treffen wird von den Solarfreunden ausgerichtet. Moosburg wird damit ein Jahr lang zur bayerischen "Solarhauptstadt".
Ein ansehnlicher Teil der rund 150 bayerischen Solarinitiativen traf sich in Rosenheim, um aktuelle energiepolitische Fragen zu erörtern und die weitere Zusammenarbeit zu erörtern. Eine wichtige Rolle spielte die Bundespolitik. Der 2. Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Hans-Josef Fell, gilt als forschungspolitischer Sprecher von Bündnis '90/Die Grünen als einer der "Väter" des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und erhielt dafür kürzlich den 1. Deutschen Solarindustriepreis. Nach nicht einmal zwei Jahren erweist sich das EEG als Wachstumsmotor und Jobmaschine im Bereich der Erneuerbaren Energeien. Deren Anteil am Gesamtstromverbrauch hat von 5,2 % (Ende 1998) auf 7 % (Ende 2000) zugenommen und liegt inoffiziellen Zahlen zufolge derzeit schon über 8 %. Das gesetzliche Ziel, den Anteil an der Stromerzeugung mindestens zu verdoppeln, wird voraussichtlich bereits 2005 und damit weit früher als geplant erreicht. Eine langfristige 100 %-igen Umstellung rückt damit schneller in Reichweite als bisher angenommen. Das EEG gilt als weltweit erfolgreichstes Gesetz zur Markteinführung der Erneuerbaren Energien und war z.B. im Jahr 2001 in Frankreich unmittelbas Vorbild für den Bereich der Windkraft. Für die Zukunft gilt es, ähnlich erfolgreiche Instrumente für die Bereich Wärme und Treibstoff zu entwickeln. Die Bundesregierung wird als einen Beitrag hierzu in Kürze verbesserte Förderkonditionen für Solarkollektoren, Holzpellet- und -hackschnitzelheizungen sowie Biogasanlagen bekannt geben. Da die Förderung von Nordseeöl in den nächsten Jahren stark zurückgehen wird, ist auch aus energiewirtschaftlicher Sicht eine Umstellung geboten. Fell wünschte sich hierfür einen parteiübergreifenden Konsens, wies jedoch auch darauf hin, welche Fraktionen das EEG (bisher) ablehnen oder es sogar abschaffen wollen.

Eine herausragende Leistung stellte der gastgebende Rosenheimer Solarförderverein vor: Unter www.solarinitiativen.de wurde eine gemeinsame Internet-Plattform geschaffen, die nicht nur den gegenseitigen Kontakt fördert, sondern durch thematische Gliederung der Aktivitäten auch enorme Synergien freisetzt. Mit einem Klick kann man erfahren, welche Vereine besondere Aktivitäten z.B. zu Solarstrom oder Energieeinsparung entwickelt haben.
Gleich zwei Tagesordnungspunkte hatten unmittelbar Bezug zu den Solarfreunden: Bei der Festlegung des nächstjährigen Tagungsortes zögerte Vorsitzender Hans Stanglmair nicht lange und warf den Moosburger Hut in den Ring. Die einmütige Zustimmung der Delegierten nahm Stanglmair als Zeichen von Anerkennung und Vertrauen für die Solarfreunde. Am 1. Februar 2003 wird Moosburg damit Gastegeber dieser bayernweit bedeutsamen Veranstaltung. Die Situation nach der Bundestagswahl dürfte dann sicherlich ein herausragendes Thema sein.
Die Solarfreunde erhielten anschließend auch Gelegenheit, vor dem zahlreichen Publikum in der vollbesetzten Halle ihren Verein und einige innovative Projekte vorzustellen. Die Potenzialanalyse, die Pflanzenölinitiative mit der Landwirtschaft und die Förderung von Thermographieaufnahmen fanden große Beachtung. Dass allerdings in Sachen Solarstrom auch andere Vereine enorme Erfolge erzielen, ergaben Praxisbericht von Forum Ökologie (Traunstein) und G.a.U.(Landshut). Unter dem Titel "Sonnenstrom vom Watzmann bis zum Wendelstein" leiten fünf Solarinitiative eine Kampagne, an der sich die drei Landkreise, fast alle Gemeinden, die regionale Handwerkerschaft und die Sparkassen und Raiffeisenbanken intensiv beteiligen. Inzwischen wurden bereits mehr als 3.400 kWp installiert. Auch im Landkreis Landshut schießen Solarstrom-Anlagen fast wie Pilze aus dem Boden. In beiden Regionen entwickeln sich Bürgersolarkraftwerke auf öffentlichen Dächern immer mehr zum Volkssport. Auch in Moosburg bestehen hierfür neben der Grundschule Süd und dem Kindergarten in Aich sicherlich noch weitere Möglichkeiten.
Abschluss und Höhepunkt der Veranstaltung bildete die mitreißende Rede von Dr. Hermann Scheer, Träger des alternativen Nobelpreises und Präsident von EUROSOLAR sowie Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion. In eindringlichen Worten zeigte er die alltäglichen Fehler in den Denkmustern auf, die dringende Notwendigkeit raschen Umsteuerns und die strukturellen Widerstände der Energiewirtschaft, die die Menschheit "in fossile Ketten lege". Die Belastbarkeit der Ökosphäre erlaubt es keinesfalls, die restlichen fossilen Rohstoffreserven zu verbrennen. Die jährlichen Energieausgaben von 4.500 DM/Person (incl. aller indirekten Energiekosten) könnten mit Erneuerbaren Energien größtenteils in der Region bleiben und würden ein immenses Wirtschaftsförderprogramm darstellen. Die Kostenargumente der Energiewirtschaft dagegen betrachten stets nur den momentanen Zustand und stellen seiner Ansicht nach eine Art letztes Aufbäumen dar.
Die nächste Veranstaltung der Solarfreunde ist die Fahrt zur Energiesparmesse Wels am 9. März 2002. Anmeldungen unter Tel. 08761/9870.


Solarfreunde Moosburg      Email: Kontaktformular        Diese Seite drucken